Vergebung als Schlüssel für inneren Frieden

Petrus: Herr, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Ist’s genug siebenmal? Jesus: Nicht siebenmal, nämlich siebzigmal siebenmal. Matthäus 18.21-22

Wenn Freunde/Bekannte mir über ihre Beziehungsprobleme berichten, fallen öfters solche Sätze wie:
„Damals hast du mir so viele Probleme bereitet.“
„Äh, ja das ist doch jetzt 25 Jahre her. Jetzt habe ich mich doch komplett verändert. Warum musst du dauernd alte Wunden aufreißen?“

Wer kennt solche Situation? 
Wenn Streitereien zwischen Freunde, Partnern, Familie etc. auftauchen, wird komischerweise auch über die alte Vergangenheit geredet und man fragt sich manchmal:
„Wie kommt sie denn jetzt darauf? Das hat doch mit der jetzigen Problematik gar nichts zutun.“

Die Frage ist ganz leicht zu beantworten. Diese Person, die immer wieder über ihre schmerzvolle Vergangenheit spricht, hat der Sache nicht vergeben.
Sehr wahrscheinlich wurde über die schmerzvolle Sache wenig gesprochen, sie wurde nicht geklärt und daher wurde niemandem verziehen.

Vergebung Schmerz NAMU by DANI HANN

Was bedeutet es jemandem zu vergeben?

Jemandem zu vergeben bedeutet zusammengefasst:
„Einem zahlungsunfähigen Schuldner komplett die Schuld zu erlassen und nicht mehr nachtragend zu sein.“  (Hier zum Artikel von Burkard Genser)

Hier steht nicht: Wenn jemand 100 Schulden hat, kann seine Schuld erlassen werden. Nein, egal wie oft er diesen Fehler begangen hat oder wie schmerzvoll seine Taten waren, wir sollen demjenigen immer vergeben.

Vergebung sollte eine Lebenshaltung sein

Doch aus Erfahrung weiß ich, dass es nicht leicht ist, jemandem zu vergeben, wenn man sehr oft verletzt wurde. Aufgrund dessen ist es umso wichtiger mit jemanden über solche Verletzungen zu sprechen.
Am besten mit der Person, die mit der Verletzung zu tun hat, um die Situation zu klären und nach einer Lösung zu suchen.
 Denn wir müssen uns aussprechen.
Erst wenn über das Problem gesprochen wird, kann es zur Heilung kommen
oder bildlich gedacht:

Erst, wenn wir jemandem unsere Wunde zeigen, kann die Wunde und der Schmerz behandelt werden. 
Nachdem die Wunde verheilt ist, verklingt auch der Schmerz.

„Deshalb muss es bei der Aufarbeitung der Vergangenheit letztlich auch um Vergebung gehen, weil von der Vergebung her Heilung auf die Seele ausstrahlt.“
– Willy Weber

Also: Sprechen, austauschen, nach Lösung suchen und am besten aus Fehlern lernen. 
Somit sollen wir jemanden immer vergeben, denn es gibt keine Zahl dafür.
Deine Namu

Ps.: Falls du mehr Interesse zu diesem Thema hast, kann ich dir dieses Buch empfehlen:

Vergebung geht nicht nur im Kopf

Vergebung geht nicht nur im Kopf:

„Willy Weber zeigt, warum unsere Emotionen bei dem Thema so wichtig sind und wie wir sie wahr- und ernst nehmen können. Auf diese Weise kann neue Freiheit gewonnen werden – unabhängig davon, ob echte Versöhnung möglich ist. Er stellt konkrete Schritte vor und gibt Werkzeug an die Hand, wie Vergebung „echt“ gelebt werden kann. Das sehr praxisnahe Buch des erfahrenen Seelsorgers bietet Ihnen Hilfestellungen und viele Beispiele aus der Beratungspraxis, damit Sie Vergebung wagen können oder andere dabei seelsorgerlich begleiten.“

Wir können uns nur weiterentwicklen, wenn wir es mit anderen teilen. Also teile und berichte den anderen davon =)